Häufige Fragen

Sicherheit und Vertrauen

Sieht der Server meine Zugangsdaten?

Nein. Jeder Datensatz wird auf dem Gerät verschlüsselt. Der Server speichert Ciphertext und die Metadaten, die der Delta-Sync braucht. Es gibt keinen Endpunkt, der etwas entschlüsselt — nicht, weil niemand hinschaut, sondern weil der Code dafür nicht existiert.

Was, wenn jemand die Datenbank stiehlt?

Er hat Blobs. Ohne den Vault Key — der nur im Secure Storage deiner Geräte und im Wiederherstellungscode liegt — sind sie nicht zu öffnen. Ablesbar bleibt, wie viele Datensätze es gibt und wann sie zuletzt geändert wurden.

Gibt es ein Master-Passwort?

Nein. Geräte authentifizieren sich mit Schlüsseln aus dem Secure Storage des Betriebssystems. Als Rückfall gibt es den Wiederherstellungscode, der genau einmal angezeigt wird.

Ich habe den Wiederherstellungscode verloren.

Solange noch ein gekoppeltes Gerät läuft, ist nichts verloren: Ein Entzug mit anschließender Rotation erzeugt einen neuen Code. Ohne Gerät und ohne Code kann niemand helfen, auch der Serverbetreiber nicht. Das ist der Preis dafür, dass er nichts sieht.

Was ist die Kontokennung, nach der beim Wiederherstellen gefragt wird?

Die Kennung des Kontos auf dem Server. Sie ist kein Geheimnis, wird aber zusammen mit dem Code gebraucht. tessera zeigt sie im selben Dialog wie den Wiederherstellungscode und über der Geräteliste — und die setzt ein angemeldetes Gerät voraus. Deshalb gehört sie mit auf den Zettel.

Betrieb

Brauche ich einen eigenen Server?

Nur für den Abgleich zwischen mehreren Geräten. Als reiner SSH- und SFTP-Client läuft tessera vollständig ohne Server: In der Einrichtung Ohne Server nutzen wählen, fertig. Es gibt dann kein Konto, kein zweites Gerät und keinen Wiederherstellungscode — geht das Gerät verloren, sind die Daten weg.

Ein Server lässt sich jederzeit nachrüsten, und alles bis dahin Angelegte geht beim ersten Abgleich verschlüsselt mit hoch. Der Weg ist unter Ohne Server beschrieben.

Kann ich den Server öffentlich betreiben?

Ja, aber ohne gesetztes Registrierungstoken kann sich jeder ein Konto anlegen. Für den privaten Betrieb: Token setzen, dann braucht die Kontoanlage diesen Header.

Wie groß wird die Datenbank?

Vaults sind klein. Hosts, Snippets und Schlüssel bewegen sich im Bereich weniger Megabyte; das Körperlimit von 2 MB je Anfrage deckt jeden normalen Push ab. Nur die Rotation trägt den gesamten Vault und bekommt deshalb 16 MB.

Benutzung

Ist mein privater SSH-Schlüssel im Sync?

Nur wenn du es willst — pro Schlüssel abschaltbar. Angezeigt, kopiert oder exportiert wird der private Teil nie.

Warum kann ich Ordner nicht rekursiv löschen?

Weil ein rm -rf mit einem Klick die Art Bequemlichkeit ist, die man genau einmal bereut. Übertragen geht rekursiv, löschen nicht.

Warum liegen die neuen Kürzel auf Strg+Umschalt?

Weil Strg+A, Strg+K, Strg+U und Strg+F readline gehören. Wer in der Shell arbeitet, vermisst sie sofort.

Kann ich meine bestehende SSH-Konfiguration übernehmen?

Ja, aus ~/.ssh/config und aus PuTTY. Siehe Hosts und Verbindungen.

Welche freie Software steckt in tessera?

Die vollständige Liste steht in der App unter Einstellungen → Über tessera → Open-Source-Lizenzen: jedes Dart- und Flutter-Paket samt Engine und jede Rust-Crate des Remote-Desktop-Kerns, mit Lizenz und Lizenztext, durchsuchbar und nach Lizenz filterbar. Die Liste wird aus den Abhängigkeiten erzeugt und nicht von Hand gepflegt — sie enthält, was tatsächlich im Paket steckt.

Plattformen

Welche Systeme werden unterstützt?

Windows und Android. Beide kommen aus derselben Codebasis; es gibt keine getrennte Mobilfassung, sondern eine Oberfläche, die sich nach dem verfügbaren Platz und nach der Bedienart richtet — siehe Auf dem Telefon. Remote Desktop ist bisher nur unter Windows gebaut und geprüft.

Linux und macOS sind vorbereitet: Alles Plattformabhängige liegt hinter einer Abstraktion, es fehlt der Durchlauf auf echter Hardware. Das iOS-Projekt ist vollständig, wurde mangels Mac aber noch nie gebaut. Das steht hier so, weil „unterstützt“ und „schon einmal kompiliert“ zwei verschiedene Aussagen sind.

Kann tessera auch Windows-Rechner fernsteuern?

Ja. Ein Host trägt sein Protokoll: SSH oder Remote Desktop. Beide stehen in derselben Liste, nutzen dieselben gespeicherten Zugänge und werden gleich verschlüsselt abgeglichen. Bild, Tastatur, Maus, Zwischenablage, Auflösung und Ton funktionieren; ein lokaler Ordner als Laufwerk in der Sitzung nicht. Die Einzelheiten samt Grenzen stehen unter Remote Desktop.

Warum tut Strg+Alt+Entf in einer RDP-Sitzung nichts?

Weil das kein Programm abfangen kann — die Sequenz behandelt winlogon, bevor sie irgendwo ankommt. Genau deshalb lässt sich unter Windows kein Anmeldebildschirm fälschen. In der Sitzung nimmt Strg+Alt+Ende ihren Platz ein, und in der Werkzeugleiste steht ein Knopf. Der Windows-Client von Microsoft macht es genauso.

Woher bekomme ich die Apps?

Von dieser Seite: Herunterladen. Kein Store, kein Konto, keine Anmeldung — dafür veröffentlichte Prüfsummen und der Fingerabdruck des Signaturschlüssels zum Nachrechnen.

Warum Windows zuerst?

Weil dort die meisten Leute sitzen, die einen SSH-Client vermissen, den man nicht erst konfigurieren muss. Die Reihenfolge ist eine Reihenfolge, keine Beschränkung.